Landgericht Karlsruhe: Rückforderung von Anwaltshonorar wegen der Verletzung einer Aufklärungspflicht

Rechtsanwalt und Avocat Dr. Moritz Votteler führte für einen Mandanten eine erfolgreiche Schadenersatzklage. Beklagte war eine Anwaltskanzlei. Diese wurde vom Landgericht Karlsruhe mit Urteil vom 30.07.2019, welches noch nicht rechtskräftig ist, (Downloadlink: LGKarlsruhe11O180/18) dazu verurteilt, bereits erhaltenes Anwaltshonorar in voller Höhe zurückzuerstatten – wegen der Verletzung einer Aufklärungspflicht bei Anbahnung des Mandantsverhältnisses (sog. culpa in contrahendo).

Denn die Beklagte ließ bei dem Mandanten den Eindruck entstehen, dass ausreichende Kenntnisse im französischen Erbrecht vorhanden seien. Erst nachdem der Mandant ein deutlich vierstelliges Honorar bezahlt hatte, wurde dieser von der Beklagten darüber informiert, dass bei dieser „eher oberflächliche Rechtskenntnisse und nicht vertiefte inhaltliche französische Kenntnisse“ vorhanden seien.

Mit den Worten des Landgerichts: „Damit wurde für die Klägerin nicht ausreichend deutlich, dass bei der Beklagten so gut wie keine Kenntnisse des französischen Erbrechts vorhanden waren und diese sich in der Folgezeit lediglich einen rudimentären Überblick verschaffen würde, ohne nach lediglich summarischer Prüfung eine Haftung dafür übernehmen zu wollen.

Die beklagte Anwaltskanzlei hätte den Mandanten über die fehlenden Rechtskenntnisse im französischen Erbrecht hinreichend verständlich aufklären müssen. Dann hätte der Mandant einen anderen Anwalt aufgesucht.

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